High-Tech Diagnostik bei Glaukom
(iCare®-Tonometrie, Pachymetrie, Perimetrie, OCT-Nervenfaseranalyse)

Den Routinestandard der Glaukomdiagnostik in der Augenarztpraxis stellt die Messung des Augendruckes, die Beurteilung der Hornhautdicke, des Kammerwinkels, der Regenbogenhaut, der Linse und vor allem des Sehnervenkopfes mit der Spaltlampe dar. Eine Dokumentation dieser Befunde erfolgt durch Beschreibung bzw. durch eine Skizze in der Krankenakte. Weiterhin wird eine Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) durchgeführt. Diese psychophysische Untersuchung (psychophysisch heißt, dass die Ergebnisse dieser Untersuchung nur so gut sind, wie die Patienten mitarbeiten und sich konzentrieren können) ist ein sehr wichtiger Parameter bei der Glaukomdiagnose und der späteren Verlaufskontrolle. Jedoch müssen bereits mindestens 40% der Ganglienzellen des Auges angegriffen sein. bevor sich die ersten Veränderungen im Gesichtsfeld nachweisen lassen! Setzt dann erst die Therapie ein, so ist zwar oft ein Fortschreiten der Erkrankung und damit eine Verhinderung von weiteren Sehnervenschädigungen möglich, der Punkt zur Regenerierung der geschädigten Sehnervenzellen jedoch meist überschritten. Daher muss es das Ziel, sowohl für den Arzt als auch den Betroffenen sein, durch neue Untersuchungstechniken schon früher Sehnervenschädigungen aufzuzeigen und den Erfolg der Therapie besser zu kontrollieren. Mit hochmodernen bildgebenden Verfahren ist es jetzt möglich, glaukomatöse Veränderungen schon festzustellen, wenn nur 5% der Nervenzellen angegriffen sind, also Jahre bevor im Gesichtsfeld Ausfälle sichtbar werden. Setzt nun die Therapie ein oder wird die vorhandene Therapie optimiert, dann kann der Erkrankung nicht nur Einhalt geboten werden, sondern es ist sogar mit einer Verbesserung der Sehnervenfunktion und damit auch der Sehfunktion zu rechnen. Je früher das Glaukom erkannt wird, je besser der Verlauf und damit die Therapie kontrolliert wird, um so längerer - wenn nicht gar für immer - wird der Patient ohne Beschwerden und Beeinträchtigung seiner Sehfunktion leben können. Welche neuen Untersuchungen sind möglich und sinnvoll?

iCare®-Tonometrie oder Tonometrie nach Goldmann

Für Auswertung der Untersuchungen ist es wichtig, den jeweiligen Augendruck zu kennen. Deshalb sollte immer auch eine Micro-Kontakt-Tonometrie (iCare) durchgeführt werden, bei längeren Untersuchungen durchaus vor und nach der Untersuchung.

Reicht eine zusätzliche Untersuchung oder sollten mehrere der innovativen Techniken zum Einsatz kommen?

Das Glaukom ist nicht eine Erkrankung, sondern setzt sich aus einer Vielzahl von verschiedenen Krankheitsbildern zusammen. Diese führt letztlich über eine Erhöhung des Augendruckes und /oder eine Störung der Durchblutung des Sehnervenkopfes zur Schädigung der Sehnervenzellen und können bei nicht rechtzeitiger Entdeckung oder nicht konsequenter Therapie sogar zur Erblindung des Patienten führen. Deshalb ist je nach individueller Voraussetzung eine Kombination mehrerer Untersuchungsverfahren sinnvoll.

Pachymetrie

Die Messung der Hornhautdicke. Die Hornhautdicke beeinflußt das Meßergebnis der Augeninnendruckmessung. So kann aufgrund einer Hornhautveränderung der Augendruck immer im Normbereich gemessen werden, dabei liegt der wahre Augendruck deutlich höher und wiegt den Augenarzt und Patienten in trügerischer Sicherheit. Umgekehrt kann der Augendruck auch zu hoch gemessen und ein Patient fälschlicherweise als Glaukompatient angesehen und umsonst behandelt werden.

Spectralis OCT-Nervenfaseranalyse

Zur wesentlichen Verbesserung der Diagnose und der Verlaufskontrolle hat die Einführung der präzisen Schichtdickenbestimmung der Netzhaut-Nervenfaserschicht im Bereich des Sehnervenkopfes und der Makula mit Hilfe der der Optischen Kohärenz Tomographie (OCT), einer Art Computertomographie am Auge, geführt. Technisch wird die Dickenmessung des OCT mittels eines sanften, unschädlichen 800 nm-Lasers durchgeführt. Die Auflösung liegt bei 1 Mikrometer und ist somit ca. 100 mal höher als mit herkömmlichen Ultraschallverfahren und wesentlich genauer als die Computertomographie (CT) oder die Kernspintomographie (NMR). Die Untersuchung ist vollkommen schmerzlos.

So läßt sich noch früher als bisher, rechtzeitig die Diagnose stellen und eine Therapie einleiten, bevor ein Schaden für den Patienten wahrnehmbare Defekte verursacht hat.

FDT-Gesichtsfeld

Während es sich bei den vorangegangenen Untersuchungen um morphologische Untersuchungen, also um die Dokumentation des Auges handelt, testet das FDT-Gesichtsfeld insbesondere jene Ganglienzellen, die zuerst bei dem Glaukom geschädigt werden. Das FDT-Gesichtsfeld ist deutlich weniger zeitaufwendig als herkömmliche Perimetrieverfahren, damit wenig belastend und gibt zusätzliche Informationen über die Funktion des Sehnerven und übergeordneter Sehbahnen.

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